
Meine Geschichte.
Gründe warum
ich heute bin,
wie ich bin.

In jedem von uns liegt eine Bibliothek, die eigene Bibliothek des Lebens, ein stiller Raum voller Geschichten, die wir selbst geschrieben haben. Manche sind leicht, voller Freude und Lachen. Andere schwer, mit Verlusten, Tragödien oder Momenten, die wir kaum ertragen wollten. Und wieder andere sind wie kleine Abenteuerromane, die wir immer wieder aufschlagen, um uns an dieses eine bestimmte Gefühl zu erinnern.
Wir sind die HüterInnen und AutorInnen unserer Bibliothek. Wir entscheiden, welche neuen Geschichten wir aus den Momenten die uns das Leben schenkt schreiben. Wer wird Freund, oder Feind, lernen wir dazu, oder geben wir auf? Wird es eine Kurzgeschichte, oder eine ganze Buchreihe? Wir wählen selbst, welche Kapitel wir teilen, welche wir still in unseren Regalen aufbewahren, und welche wir vielleicht in die hinterste Ecke stellen. In Kisten gepackt und verstaubt, doch selbst dort, bleiben sie ein Teil unserer Bibliothek.
Dieser Ort ist unser Kompass, unser Fundament. Er trägt alles was uns geformt hat, und hält Platz für alles, was noch kommt.
Heute darf ich dich einladen, einen kleinen Blick in meine Bibliothek des Lebens zu werfen.
Kapitel 1
Kindertage – feinfühlig von anfang an

Ich war immer schon ein bisschen anders. Nicht laut, nicht angepasst, eher feinfühlig, ruhig, und oft tief in Gedanken. Als Kind liebte ich es auf Bäume zu klettern, Märchen zu hören, die Ruhe der Natur und die Tiere. Ich baute mir meine eigene kleine Welt. Mit meinem großen Bruder lagen wir oft Stundenlang in der Wiese, und beobachteten die Wolken oder die Sterne. Als Jugendliche habe ich vieles intensiver wahrgenommen als andere. Ich spürte schnell, wenn etwas nicht stimmte, und entwickelte früh ein starkes Gespür für Menschen und Stimmungen. Auf meine Klassenkameraden wirkte ich sonderbar, ich war das „Mauerblümchen“ in der Klasse. Und die Erwachsenen? Die steckten mich zum Schulpsychologen weil ich „zu ruhig“ war. Damals wusste ich noch nicht, dass genau dieses Feingefühl, mein „anders sein“ einmal mein Kompass werden würde.
Kapitel 2
Meine Tochter – Die Geburt, die Alles veränderte

Ein bedeutender Wendepunkt in meinem Leben war die Geburt meiner Tochter. Von dem Tag an veränderte sich einfach alles. Zugegeben ich war noch sehr jung, dennoch übernahm ich die Verantwortung. Von außen nahm ich Stimmen wahr wie: „Sie ist doch selbst noch ein Kind, wie soll sie das bitte schaffen? Sie wird es nie zu etwas bringen….“ Ich hörte die Worte, aber sie überzeugten mich nicht. Ich lenkte meinen Fokus schon in der Schwangerschaft, auf die gesunde Ernährung. Ich fing an frisch zu kochen, wollte verstehen wie Lebensmittel unseren Körper, Geist, unser Denken und vor allem die Entwicklung meiner Tochter beeinflussen. Vegan oder vegetarisch war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber dieses Kapitel entwickelte hier seinen Ursprung. Du kannst dir vorstellen was die Leute sagten, als ich dann auch noch plötzlich alleinerziehend war.
Kapitel 3
Bella – und die Frage nach dem Tierwohl

Die Jahre vergingen und 2016 kam Bella, unserer Hündin, mein Herz auf vier Pfoten, in unsere kleine Familie. Für meine Tochter war sie ein zusätzlicher emotionaler Anker, in einer schwierigen Zeit. Auch wenn wir ein wirklich tolles Mutter-Tochter-Verhältnis haben, die Zeit der Pubertät, und schwierige Lebenssituationen waren echte Herausforderungen. Dieses Kapitel versuchte ich mit Geduld und Liebe zu schreiben. Bella gab mir sehr viel Kraft in meinen schwersten Momenten, sie trocknete Tränen, für die sie nicht verantwortlich war. Willst du wissen was die Leute sagten? „Schaff dir doch keinen Hund an, dann bist du gebunden, und kannst nichts mehr machen. Hast du die Tierarztkosten bedacht…?“ Aber für mich wurde Bella nicht nur meine treueste Wegbegleiterin, sondern auch Auslöser einer tieferen Frage: „Warum vergöttern wir unsere Haustiere, essen aber mit ruhigem Gewissen andere Tiere?“
Kapitel 4
Umdenken – Der Schritt in die Vegane Lebensweise

Ich konnte nicht mehr wegsehen. Ich recherchiere, stellte meine Ernährung und mein Verhalten in Frage. Ich erkannte was Weltweit mit den Tieren geschieht, und dass jeder Einkauf den ich tätige, dieses Unrecht unterstützt. So stellte ich meine Ernährung um, und wurde vegetarisch. Meiner Tochter überließ ich die Entscheidung selbst, sie ging ihren eigenen Weg, mal wollte sie Fleisch, dann wieder nicht, und eines Tages kam sie mit den Worten zu mir: „Ab jetzt und heute, will ich vegan leben.“ Ich war überrascht, kurz überfordert, aber auch total berührt. Wieder gingen meine Recherchen los, und Schritt für Schritt stellte ich unsere Ernährung, Haushalt und Lebensweise auf vegan um. Unser Umfeld reagierte gemischt darauf, und mit den Jahren durften wir uns einige Vorurteile immer wieder anhören. Worte wie: „Das ist ungesund, du bist eh schon so dünn, du wirst krank werden. Was soll dieser Blödsinn jetzt?“ Wir lernten damit umzugehen, und auch diese Entscheidung bereue ich nicht.
Kapitel 5
Die Selbstständigkeit – Verlust und Selbstführsorge

Im Jahr 2022 machte ich mich Selbstständig. Ich kündigte meinen sicheren Job beim Magistrat als Köchin, und folgte meinem Herzen. Die Menschen in meinem Umfeld haben es nicht direkt gesagt, aber ich spürte dank meines feingefühls, genau was sie davon hielten. Einen sichern Job kündigen, und das auch noch für ein vegan und glutenfreies Café? Jetzt schien ich für manche total verrückt geworden zu sein. In dieser Zeit musste ich Menschen aus meinem Leben gehen lassen, und durfte neue Willkommen heißen. Die letzten Jahre haben mich wieder sehr geprägt, herausgefordert und gleichzeitig gestärkt. Ich habe meine Selbstständigkeit geliebt, aber im März 2025 aufgrund eines Arbeitsunfalls verloren. Ich war gezwungen Ruhe zu geben, und fand dadurch wieder zu mir. Ich erkannte das ich mich total vernachlässigt habe, und lernte Schritt für Schritt was Selbstfürsorge wirklich bedeutet. Nicht einmal im Jahr Wellness, sondern ehrliches hinschauen, Grenzen setzen und Verantwortung übernehmen.
Kapitel 6
Ringana – Mehr als nur eine Marke

Während meiner Selbstständigkeit lernte ich Ringana kennen. Ich hatte aber noch nicht die Zeit mich wirklich damit zu befassen. Meine täglichen Arbeitszeiten lagen damals zwischen 12 und 18 Stunden, 7 Tage die Woche. Als mein Alltag leiser wurde, wurde Ringana immer lauter in mir. Ich beschäftigte mich Monate intensiv mit dem Unternehmen, und ich liebe ihre Philosophie, die Geschichte und die Haltung dahinter. Es fühlt sich wie bei meinem ehemaligen Café an, ehrlich, bewusst, wertschätzende, frisch, voller Liebe und mit Verstand. Ich habe darin meine Chance erkannt meine Zukunft neu zu gestalten, in einem Bereich der meine Werte widerspiegelt. „Aber Barbara, was sagen denn die Leute dazu?“ Nun, wie nicht anders erwartet, ernte ich kein Lob für meine Entscheidung. „Networkmarketing ist ein Pyramidensystem. Das ist Gehirnwäsche und Illegal…“ Ja, auch diese Worte lösen etwas in mir aus, aber nicht das was die Leute gerne hätten. Nein, ich sammle lieber meine eigenen Erfahrungen, und kann so in Diskussionen echtes Wissen, statt leeren Meinungen weitergeben.
Kapitel 7
Workshops – Mein Wissen weitergeben

Es passt alles ineinander, wenn ich mein Leben heute so betrachte. Wäre ich nie schwanger geworden, hätte ich meine wundervolle Tochter, meine kleine Bella, und den Veganismus wahrscheinlich nie für mich entdeckt. Wäre ich nie selbstständig geworden und hätte damals nicht den schmerzhaften Verlust meines Kaffees erlebt, hätte ich wohl nie den Mut gehabt, den nächsten Schritt zu wagen: eigene Kochworkshops zu geben. In dieser Krise verstand ich, dass mein Weg hier nicht zu Ende ist. Ich wollte mein Wissen über die vegane Küche nicht mehr nur für mich nutzen, sondern einen Raum schaffen, in dem Menschen zusammenkommen. Beim gemeinsamen Kochen an einem Tisch geht es um so viel mehr als nur um Rezepte, es geht um Austausch, um Lebensenergie und darum, Berührungsängste zu verlieren. War es immer angehnehm? Nein, doch hätte ich nicht all diese Umwege genommen, hätte ich bestimmt nie gelernt, eine Webseite zu bauen, und du würdest nie meine Zeilen lesen.
Kapitel 8
Mindset – Mein innerer Schlüssel zu meinen heutigen „ich“

Wenn ich eines gelernt habe, dann dass nicht die äußeren Umstände bestimmen, wer wir sind, sondern wie wir mit ihnen umgehen. Ich kann dies in all meinen Büchern, aus meiner inneren Bibliothek lesen. Dies sind Geschichten aus meiner gelebten Zeit, nicht aus einem Social Media Post. Mein Mindset ist kein starres „immer positiv“. Es ist eine Einladung hinzusehen, daraus zu lernen. Es ist die Entscheidung die Umstände anzunehmen, statt gegen sie anzukämpfen. Auch wenn es manchmal weh tut, es bedeutet die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen, statt die Schuld bei anderen zu suchen. Ich lerne täglich dazu, wachse, lache, weine, falle, stehe wieder auf. Ich weiß nicht welche Geschichten ich noch schreiben werde, aber ich halte meine Feder bewusster in der Hand denn je. Ich schreibe meine Geschichte als Mutter, als Veganerin, als Frau die ihre Zukunft selbst gestaltet.
Vielleicht erkennst du dich in ein paar meiner Zeilen wieder, und vielleicht beginnt hier auch für dich, bald ein neues Kapitel.
„kindern erzählt man geschichten damit sie einschlafen,
Erwachsenen damit sie aufwachen“
Jorge Bucay
